Alles begann im September 1924 als sich einige Sportfischer unter Heinrich Meier zusammentaten und einen Angelsportverein ins Leben riefen. Vereinslokal war zu dieser Zeit das " Winzerhaus Hoos " in Bingen.

Damals herrschten Arbeitslosigkeit und auch Not. Es wurde nicht an Wettfischen gedacht, wohl aber daran, mit ein paar Köstlichen Fischen den manchmal karg gedeckten Tisch der Familie zu bereichern. Im Jahr 1934 wurde das 10-jährige Bestehen im Gasthof  „  Mainzer Hof „ in Bingen gefeiert.

Durch die Ära des Nationalsozialismus und die Folgeerscheinungen ruhten die Aktivitäten des Angelsportvereins bis 1952. Am 01.04.1952 wurde durch die Sportfreunde Georg Lex, Günther Gonder, Horst Brillmayer und Georg Mucke das Vereinsleben wieder aktiviert.


Im Jahre 1955 trat der inzwischen im Vereinsregister eingetragene Verein in den Sportbund Rheinhessen ein. Auf dem sportlichen Sektor schnitten die Binger Sportangler bei den Pokal- und Wettfischen sowie bei Meisterschaften auf Bezirks- und Landesebene mit viel Erfolg ab.

Eine stetige Aufwärtsentwicklung war unverkennbar. Das Gesellschaftszimmer im Gasthaus Schunk war fast zu klein, um alle Petrijünger zu den Jahreshauptversammlungen aufzunehmen. 

Mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand und nach mehrjähriger erfolgreicher Tätigkeit stellte im Januar 1958 Georg Lex seinen Posten als Vorsitzender zur Verfügung und wurde von der Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. 

Nachfolger als Vorsitzender wurde Hans Frischauf, der die Geschicke des Vereins bis zum Jahre 1961 führte. 

Neuer Vorsitzender wurde in der Jahreshauptversammlung 1961 dann Hans Knopp. Aber er mußte sein Amt wegen Erkrankung vorzeitig zur Verfügung stellen.

Von 1963 bis 1973 wurde der Verein von Herbert Kühn sen. geleitet. Es erfolgten in dieser Ära  viele Internationale Wettkampffischen am Rhein und an der Nahe mit großer Beteiligung von Anglern aus Frankreich, Luxemburg und Holland. Diese Begegnungen fanden nicht nur in der Region sondern vor allem im Ausland unter den Petrijüngern große Anerkennung. Der Fischreichtum in der Nahe und im Rhein, der Wein aber auch die reizvolle Gegend in Stadt und Land lockten viele Angler nach Bingen. Der Verein betrieb schon zu dieser Zeit aktive Werbung für die Stadt Bingen, dies kam letztendlich dem Fremdenverkehr zugute.

In diesen 10-Jahren erfolgte ein stetiger Aufwärtstrend und der Verein erreichte fast 300 Mitglieder. Wegen Arbeitsüberlastung kandidierte Sportsfreund Kühn nach zehnjähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender nicht mehr.

In der Jahreshauptversammlung 1973 wurde als Nachfolger vom scheidenden Herbert Kühn sen. seine Gattin Bertha Kühn als Vorsitzende gewählt.

Am 22. September 1974 erfolgte das 50-jährige Jubiläum in der Turnhalle in Bingen-Büdesheim in eindrucksvoller Weise. Dabei wurde dem Verein Dank und Anerkennung ausgesprochen für seine Leistungen für den Angelsport und der Gewässerreinhaltung, die er in den letzten 50-Jahren erbrachte. Schirmherr war der damalige OB Dr. Gebauer. Er übermittelte Glückwünsche der Stadt sowie des Stadtrates und dankte dem Angelsportverein für die Möglichkeit, dass sich Bürger der Stadt an diesem Ausgleichssport beteiligen können. Die Binger Sportangler hätten sich nicht nur diesem Hobby verschrieben, sondern sich auch bemüht, freundschaftliche Beziehungen zu vertiefen. Auch dafür gelte es öffentliche Anerkennung zu zollen.

Partnerschaftliche Beziehungen mit französischen Anglern aus Burgund wurden 1966 erstmalig geknüpft. Jahelang fanden regelmäßige Gemeinschaftsfischen in Burgund, Auxonne oder Dijon und Bingen statt .

Im Laufe der Jahre wurden Freundschaften geschlossen die über die normalen Begegnungen hinaus vertieft wurden. Diese andauernde Freundschaft hatte auch ihren Preis. Man verlor lieb gewonnene Freunde durch den Tod.

Ziel des Vereins, insbesondere der Vorsitzenden Bertha Kühn, war es ein eigenes Vereinsheim zu bauen. 1982 war es dann endlich soweit. Mit Stolz und Freude konnte  anlässlich der Jahreshauptversammlung im Februar 1982 mitgeteilt werden, dass die Genehmigung zum Bau eines Anglerheimes erteilt wurde. "Wir haben es geschafft, es war nicht einfach und hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen", verkündete Vorsitzende Bertha Kühn nicht ohne Stolz. 

Überwiegend in Eigenleistung wurde das Vereinsheim im Zeitraum von ca. einem Jahr erstellt. Der stolzeste Tag in der fast 60-jährigen Vereinsgeschichte, so Bertha Kühn, war die feierliche Einweihung des Vereinsheimes im November 1983.  Am Naheufer in Bingen-Büdesheim haben die Vereinsmitglieder eine Heimstätte bezogen, die sich sehen lassen kann. Die Vorsitzende  dankte der Stadt Bingen mit OB Naujack an der Spitze, ohne dessen persönlichen Einsatz das Werk nicht machbar gewesen sei. Ihr Dank galt auch Herrn Dipl.Ing. Bruhn, der dem Verein mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe.

Im Vordergrund Ihrer Ansprache allerdings standen die Mitglieder, die sich in beispielhafter Art und Weise für das Gelingen eingesetzt hätten, wovon einige 500  Arbeitsstunden und mehr abgeleistet hatten. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung der Stadt Bingen, die DM 18.000,- zugeschossen hatte und ohne die Spenden der Kreissparkasse, der Firmen Scharlachberg, Sebold, Heinrich und Ludwig Honrath, Loosen sowie anderen, wäre der Verein nicht schuldenfrei aus dem Bauvorhaben herausgegangen. Ihr Wunsch an den Verein war, daß dieses Haus für immer ein Hort der Freundschaft und der Geselligkeit sein möge; dann sei auch Ihr um den Fortbestand des Vereines für die Zukunft nicht bange.

Erstmalig fanden im Jahre 1984 die Jahreshaupt- und Monatsversammlungen im eigenem Domizil statt. Im gleichen Jahr wurde das 60-jährige Vereinsbestehen im Vereinsheim gebührend gefeiert. 

Auch an den Landschaftsentrümpelungsaktionen nahm der Verein jedes Jahr mit einer relativ großen Anzahl von Mitgliedern teil, die landesweit unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Helmut Kohl stattfand. Diese Aktion erbrachte in einem Jahr im Raum Bingen mit der Bergung und Abtransport von vielen hundert Kubikmetern Müll aus Rhein, Nahe und Landschaft einen vollen Erfolg. Am Ende fanden sich die Helfer an der Feldküche des Malteser Hilfdienstes an der Nahe in Bingen zur Stärkung zusammen.

Der damalige OB Naujack dankte allen Helfern,  Angelsportvereine aus Bingen und Umgebung, der Tauchersportgruppe, dem Bund für Vogelschutz, den Hegeringen der Jäger von Bingen bis Bacharach, hatten an der Säuberungsaktion im Binger Wald, in Manubach an der Kreisstraße 27, am Rhein und an der Nahe teilgenommen. 

Das Wettkampffischen sowie Meisterschaften wurden 1989 von unserer Dachorganisation VDSF - Verein der Deutschen Sportfischer e.V. - in der Bundesrepublick aus tierschutzrechtlichen Gründen verboten. Von diesem Verbot ausgenommen sind Gemeinschafts- und Hegefischen, wobei die sinnvolle Verwertung der gefangenen Fische gewährleistet sein muß. 

Da der Sport mit der Kreatur nicht mehr erlaubt ist, wurden Überlegungen laut, die Angelvereine aus dem Sportbund auszuschließen. Dies hätte zur Folge, dass alle Fördermittel für die Verbände und somit auch für die Vereine nicht mehr fließen würden. Aber auch mit einem Angelgerät Sport betrieben werden. Dies beweist der  Castingsport ( Werfen ). Erste Turniere fanden bereits 1923 in Berlin statt. Casting ist bei profimäßiger Durchführung als Hochleistungssport mit Deutschen Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften, einzustufen. Damit in den Angelvereinen eine breitere Schicht Sport ausübt, wurde 1990 der Turnierwurfsport der Binnen- und Meeresfischer vom Dachverband VDSF, Initiator Franz Häusner von unserem Landesverband Rheinland-Pfalz, ins Leben gerufen.

Dieser Wurfsport  ist in erster Linie als Breitensport zu sehen.  Erste Deutsche Meisterschaften fanden 1991 in Langenlonsheim statt. Durch die Ausübung dieser Sportarten ist die Zugehörigkeit zum Sportbund weiter gewährleistet. 

Auch im Binger Angelsportverein wird seit 1991 intensiv der Turnierwurfsport und auch Casting sowohl von den Senioren als auch von der Jugend mit sehr großem Erfolg betrieben. Eifriges Training, im Sommer auf Wiesen oder einem Sportplatz ( verdutzte Gesichter und Gelächter  aber auch Hohn bei den Fußballern beim ersten Training) und im Winter, dank der Unterstützung der Stadt (Herrn Kaiser), der den Platz in der Rundsporthalle organisierte, waren Grundlage für die großen Erfolge. So wurden seit 1992 ununterbrochen Deutsche Meistertitel im Turnierwurfsport errungen. Diese Erfolge von Sportlern des AVS wurden einige Medaillen bei der Siegerehrung durch die Stadt Bingen belohnt.  

Neben den Gemeinschaftsfischen, der Hege und Pflege der Gewässer und  dem Sport wird beim ASV Bingen auch großer Wert auf die Ausbildung gelegt. So finden seit 1974 mit Inkrafttreten des Landesfischereigesetzes, Vorbereitungslehrgänge zur staatlichen Öffnet internen Link im aktuellen FensterFischerprüfung statt. Die Ausbildung erfolgte in den ersten Jahren durch August Kirsch, ASV Bingen und Christoph Wendels, ASV Ingelheim. Seit 1986 ist Herbert Kühn jun. für die Schulung verantwortlich.

Der Vorbereitungslehrgang zur staatlichen Öffnet internen Link im aktuellen FensterFischerprüfung, der bis 1997 freiwillig war und ca. 240 Prüfungsfragen beinhaltete, ist nunmehr im Landesgesetz mit 35 Zeitstunden Pflicht und behandelt 1000 Prüfungsfragen in den Fachgebieten, Gesetzeskunde, Tier- und Naturschutz, Allgemeine und Spezielle Fischkunde, Gewässerkunde und Gerätekunde.

Eine Ära im Vereinsleben ging 2003 zu Ende.
Nach 30 Jahren, voller Hingabe für den Verein, gab Bertha Kühn das Vereinsruder an ihren Sohn weiter.

Die von ihr in der Turnhalle Büdesheim organisierten Weihnachtsfeiern, mit großer Tombola und Musikkapelle, wurden allseits gelobt. Gerade für die älteren Mitglieder und geladene Vereine wird dieses Fest wie auch die Freundschaftsbegegnungen mit den Anglern/innen aus Burgund immer in Erinnerung bleiben.

Der größte Kraftakt für Bertha war der Bau unseres Vereinsheimes. Entgegen aller Widrigkeiten von Gruppierungen im Verein setzte sie ihr Ziel durch. 1983 erfolgte die  feierliche Einweihung.

Für ihr Engagement wurde Bertha Kühn von der Jahreshauptversammlung zur Ehrenvorsitzenden in der Vereinsgeschichte gewählt.

Herbert Kühn, seit 1974 im Vorstand tätig, leitet seit 2003  die Geschicke des Vereins. Pflege von  Zusammenhalt und  Geselligkeit im Vereinsleben hat er sich auf die Fahne geschrieben.

So wurde unter seiner Regie der Bau eines Räucherofens und Fischverwertungsplatzes verwirklicht. Ausgeruht wird sich in nächster Zeit jedoch nicht: Wenn die Stadt nach Prüfung des Antrags die Genehmigung erteilt hat werden fleißige Hände eine Garage zur Unterbringung des Fischtransport-Anhängers bauen.

Nach der Devise “es gibt immer was zu tun“ scheinen sich die Mitglieder am Idealismus der Vereinsgründer ein Beispiel zu nehmen und darum hat dieser Verein Bestand und eine Zukunft.